Hattens Geschichte

Aus der Geschichte 
Östlich der Stadt Oldenburg, inmitten des gleichnamigen Landkreises, liegt die Gemeinde Hatten. Heute als eine moderne, zukunftsorientierte Großgemeinde, kann sie doch auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Was die letzten 4000 Jahre an historischer Entwicklung gebracht haben, Hatten erlebte es mit.
Jäger der Steinzeit hinterließen hier ebenso ihre Spuren wie 2000 Jahre später Germanen, Chauken und Sachsen. Alle wurden sie angezogen von den günstigen Lebensbedingungen, die sie in der fruchtbaren Landschaft entlang der Hunte vorfanden.
Auf das Jahr 860 geht die erste urkundliche Erwähnung des Namens Hahtho zurück, der in der Lebensbeschreibung des Bremer Bischofs „Vita St. Willehadi“, verfasst von Bischof Ansgar, eine Wunderheilung schildert. Dieser Ort lag im altsächsischen Largau und gehörte noch um 1050 zum Ammerländer Kirchspiel Wiefelstede. Aus dem Namen Hahtho entwickelte sich dann im Laufe der Jahrhunderte der Name Hatten. Vieles aus der damaligen Zeit lebt heute noch in Legenden und Sagen und Geschichten weiter, so auch die Entstehung der Kirche in Kirchhatten. Danach soll sie als Sühne für einen Mord errichtet worden sein: demzufolge wurde Kreuzfahrer Graf Christian, Sohn des Grafen von Oldenburg, 1192 bei seiner Rückkehr von einem Kreuzzug in Kleinasien, den er an der Seite Kaiser Barbarossas unternahm, bei seiner letzten Übernachtung vor Oldenburg in Burgdorf ermordet. Die Täter sollen dabei unter anderem auch aus Hatten gekommen sein. Ob die Mörder auf Anweisung oder mit Duldung von Graf Moritz, dem Bruder des Ermordeten, handelten, ist so ungewiss wie diese Geschichte selbst.

In den folgenden Jahrhunderten erlangte Hatten wegen seiner Lage als mittelalterlicher Straßenknotenpunkt zwischen den Städten Oldenburg, Wildeshausen, Delmenhorst und Bremen eine besondere Rolle. Mehrere Heerstraßen und Handelswege führten durch dieses Gebiet, so der „Friesische Heerweg“ im Westen, der von Oldenburg über Bümmerstede nach Streek (heute Sandkrug), durch die Osenberge nach Sandhatten, Schohusen und Wildeshausen führte. Der „Stedinger Weg“ verlief von Hude kommend nach Dingstede und über Nuttel wiederum nach Wildeshausen.Im Oktober 1656 richtete Graf Anton Günther eine regelmäßig verkehrende „reitende Post“ von Oldenburg nach Bremen ein, 1734 nahm die „Oldenburgische fahrende Post“ ihren Dienst auf und befuhr den „Winterweg“ durch die Dünen oder den kürzeren „Sommerweg“ durch das Moor über Wüsting und Falkenburg. Dies war dann auch die Geburtsstunde des Sandkruges, einer kleinen Station zum Wechseln und Tränken der Pferde, die dann auch Reiter und Reisende nutzten, um sich vor der beschwerlichen Weiterfahrt durch die Dünen der Osenberge zu erfrischen. Die erste urkundliche Erwähnung einer Besiedlung dieses Gemeindeteils, vormals Streek, ist im Lehnensregister der Grafen von Oldenburg, Christian und Otto, auf das Jahr 1275 datiert, in dem der Hof Gramberg erwähnt wird.

Die Ortschaften Sandhatten wurden 1240, Dingstede und Munderloh 1249 erstmals erwähnt. Wechselhafte Zugehörigkeiten zu staatlichen oder kirchlichen Obrigkeiten in Oldenburg, Wildeshausen, Delmenhorst und Hoya, Bremen und Münster sorgten im Verlauf der Geschichte immer wieder zu Streit und Zwistigkeiten, die auch in Hatten schmerzliche Spuren hinterließen. Mehrmalige Brandschatzungen und Plünderungen waren die Folge.

Die letzte Welle der Zerstörung erlebte Hatten im zweiten Weltkrieg. Viele der Gehöfte wurden noch in den letzten Kriegstagen durch Feuer und Bomben vernichtet.

Heute, über 55 Jahre später, sind auch die letzten Spuren dieser Zerstörung verschwunden. Der Charakter der Ortsteile hat sich sehr gewandelt. So bestimmen zwar Land- und Forstwirtschaft nach wie vor das Bild der Gemeinde, doch wurden in den letzten Jahren neue Schwerpunkte gesetzt.
Zur Gemeinde gehören insgesamt 11 Bauernschaften, wobei vor allem die Ortsteile Sandkrug und Kirchhatten eine schwungvolle Aufwärtsentwicklung erfahren haben.

Grundlage dafür ist sicherlich die gute Anbindung der Gemeinde an das regionale und überregionale Verkehrsnetz. Kaum eine Gemeinde in Niedersachsen ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto einfacher zu erreichen. Der Grund dafür ist die Lage im Dreieck der Autobahnen A1, A28, A29 mit den Autobahn- Auf- und Abfahrten in Sandkrug und Munderloh und der Anschluss an die Bahnlinie Oldenburg-Osnabrück mit dem Bahnhof in Sandkrug.
Auch über die Luft ist Hatten erreichbar. Der Flugplatz Oldenburg/Hatten in Sandtange erlaubt Landungen von ein- und zweimotorigen Luftfahrzeugen.
Es wurde zielstrebig versucht, durch Ansiedlung klein- und mittelständischer Betriebe des Elektro-, Kfz- und Bauhandwerks sowie Unternehmen mit neuen Ideen und Fertigungstechniken Arbeitsplätze zu schaffen.

Viele öffentliche Einrichtungen haben auch zur Verbesserung der sozialen und schulischen Infrastruktur beigetragen. Die Gemeinde Hatten verfügt über Grundschulen in Kirchhatten, Sandkrug und Streekermoor sowie über ein Schulzentrum mit einer Hauptschule und einer Realschule in Sandkrug.

Weiterbildungsveranstaltungen werden von der Außenstelle Hatten der Volkshochschule und musikalische Ausbildung von der Kreisjugendmusikschule Oldenburg angeboten. Weiter gehören zu den öffentlichen Einrichtungen eine Schwimmhalle in Sandkrug, eine Mehrzweck-Sporthalle, zwei Turnhallen, verschiedene Rasensportplätze und Tennisanlagen und zwei Gemeindebüchereien. Kulturelle Einzelveranstaltungen und ein breites Sportangebot werden auch von den örtlichen Vereinen und Verbänden - z.T. in vereinseigenen Sportstätten - für Bürger und Gäste angeboten. Durch Nutzung der naturräumlichen Gegebenheiten ist auch der Fremdenverkehr schwerpunktmäßig entwickelt worden.

Mit der Verwirklichung des „Freizeitzentrums Hatten“ hat die Gemeinde ihr durch die Landschaft begünstigtes Erholungsangebot bedeutend erweitert und erhält in dieser Funktion eine überregionale Bedeutung. Das beheizte Freibad, der Freispielplatz für Tennis usw., die Minigolfanlage, die Trimmanlage, die verschiedenen Freizeitspiele, das Restaurant und der Campingplatz tragen zu einer sinnvollen Nutzung der Freizeit und zur sportlichen Betätigung der Besucher bei. Erholungssuchende können die reizvolle Landschaft nicht nur zu Fuß, sondern auch mit dem Fahrrad, mit Pferd und Wagen und sogar im Boot kennenlernen.

Auch die Anhänger der Freikörperkultur können ihre Freizeit und ihren Urlaub auf dem idyllisch gelegenen Areal eines Vereins in Munderloh in der Gemeinde Hatten verbringen.
Einwohner und Gäste aus nah und fern haben in der landschaftlich schön gelegenen Gemeinde Hatten die Möglichkeit zum aktiven Urlaub wie auch zur Erholung und Entspannung. Gut ausgeschilderte Wanderwege, ein expansives Beherbergungsgewerbe, rustikale Gaststätten und Restaurationsbetriebe sowie das Angebot „Ferien auf dem Bauernhof“ laden den Gast zum Verweilen in der Gemeinde Hatten ein. Vorherrschend ist der Geestboden, daneben gibt es aber auch Heide und Moor. Große Waldflächen und das Huntetal verleihen der Landschaft einen besonderen Reiz und hohen Erholungswert. So gehören große Teile der Gemeinde zum Naturpark „Wildeshauser Geest“. Die Gemeinde ist Zentrum des Naherholungsverkehrs für die großstädtische Bevölkerung aus Oldenburg, Delmenhorst und Bremen. Von den Landschaftsschutzgebieten sind hervorzuheben das Geermoor, eine Heidefläche mit Hünengräbern, das urwüchsige Haufendorf Sandhatten, die ausgedehnte Wiesen- und Waldlandschaft Barneführerholz sowie in den Osenbergen die Steile Wand und der Dachsberg. Entlang der westlichen Gemeindegrenze verläuft die Hunte. Sie ist mit ihren zahlreichen Windungen ein besonderer Anziehungspunkt für Natur- und Wanderfreunde. Eine Bootspartie durch das Barneführerholz wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wenn Hatten mit seinem staatlich anerkannten Erholungsort Kirchhatten auch noch zu den wenig bekannten Urlaubsgebieten in Niedersachsen gehört, so ist dies vielleicht gerade das, was viele Urlauber immer wieder hierher führt. Besonders Familien mit Kindern finden hier neben der Möglichkeit, preiswerten Urlaub zu machen, auch viel Platz zum Spielen, Wandern, Radfahren oder zum Schwimmen im modernen Freizeitzentrum. Erholungs- und Kurzurlaub sowie viele Tagesgäste aus dem Umland bilden heute die Grundlage für die starke Zunahme des Fremdenverkehrs in der Gemeinde Hatten.
Auch kulturell versucht man neue Wege zu gehen. Dazu gehören wechselnde Ausstellungen im Rathaus ebenso wie Konzerte mit klassischer Musik, vorgetragen von Künstlern aus dem In- und Ausland. Zur Unterhaltung der Feriengäste finden im Sommer zusätzlich Frühkonzerte und andere Veranstaltungen im Freizeitzentrum statt.